Die Platten sehen trüb aus, ein leichter Grünschimmer hat sich gebildet, und nach dem letzten Regen sind Wasserflecken geblieben. Wer Doppelstegplatten richtig reinigen will, braucht keine aufwendigen Geräte – aber eine sinnvolle Reihenfolge. Diese Anleitung zeigt, wie es Schritt für Schritt funktioniert.
Vor der Reinigung: Was du vorbereiten solltest
Bevor es losgeht, lohnt sich ein kurzer Check. Sind die Regenrinnen frei? Gibt es lose Befestigungen oder beschädigte Plattenenden? Solche Kleinigkeiten fallen beim Reinigen auf – besser, man weiß vorher davon.
Für die Reinigung selbst werden benötigt:
- Teleskopbürste mit weichen Borsten
- pH-neutraler, alkoholfreier Kunststoffreiniger
- Gartenschlauch oder Drucksprüher
- Weiches Tuch für Ränder und Abschlussleisten
Wer diese vier Dinge griffbereit hat, kann loslegen. Das Betreten der Platten ist nicht nötig – und aus gutem Grund: Doppelstegplatten sind nicht für Körpergewicht ausgelegt.
Schritt 1: Grobe Verschmutzungen vorwässern
Zuerst die gesamte Fläche mit klarem Wasser befeuchten. Am besten mit dem Gartenschlauch oder dem Drucksprüher, gleichmäßig von oben nach unten arbeiten.
Das Vorwässern hat einen konkreten Zweck: Trockener Schmutz, Pollen und Laubreste werden aufgeweicht, bevor die Bürste zum Einsatz kommt. Wer diesen Schritt überspringt und direkt bürstet, reibt harte Partikel über die Oberfläche – das hinterlässt feine Kratzer.
Schritt 2: Reiniger auftragen und einwirken lassen
Den Kunststoffreiniger nach Herstellerangabe verdünnen und mit dem Drucksprüher gleichmäßig auf die befeuchtete Fläche auftragen. Kurz einwirken lassen – fünf Minuten reichen bei normaler Verschmutzung aus.
Wichtig: Den Reiniger nicht in der prallen Sonne auftragen. Direkte Sonneneinstrahlung lässt das Mittel zu schnell antrocknen, was Streifen und Rückstände verursacht. Morgens oder an bewölkten Tagen ist der beste Zeitpunkt für diese Arbeit.
Schritt 3: Mit der Teleskopbürste schrubben
Jetzt kommt die Teleskopbürste mit weichen Borsten zum Einsatz. Mit gleichmäßigem, leichtem Druck von oben nach unten arbeiten – niemals quer zur Plattenstruktur reiben.
Kreisende Bewegungen klingen intuitiv, sind aber nicht ideal. Sie verteilen den Schmutz eher, anstatt ihn gezielt zu lösen. Wer in geraden Bahnen arbeitet, erzielt gleichmäßigere Ergebnisse und schont die Oberfläche besser.
Besonders an den Rändern und Abschlussleisten sammelt sich oft hartnäckiger Schmutz. Hier hilft ein weicher Schwamm oder ein feuchtes Tuch für die Detailarbeit.
Schritt 4: Gründlich abspülen
Nach dem Schrubben die gesamte Fläche großzügig mit klarem Wasser abspülen. Dabei von oben nach unten arbeiten, damit Reinigungsreste und gelöster Schmutz nach unten abfließen.
Auf gründliches Nachspülen kommt es besonders an. Reinigungsmittelreste, die auf der Oberfläche antrocknen, hinterlassen Streifen – und können bei längerem Kontakt das Material angreifen. Lieber einmal mehr spülen als zu wenig.
Schritt 5: Trocknen lassen und Ergebnis prüfen
Die Platten trocknen bei guter Belüftung schnell von selbst. Wer das Ergebnis prüfen will, schaut nach dem Trocknen bei seitlichem Lichteinfall auf die Fläche – dann werden verbliebene Streifen oder Flecken am deutlichsten sichtbar.
Falls einzelne Stellen noch trüb wirken, reicht oft ein zweiter gezielter Durchgang mit dem Reiniger. Das passiert besonders nach dem Winter, wenn Grünbelag mehrere Monate Zeit hatte, sich festzusetzen.
Was im Alltag wirklich hilft
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Reinigen selbst, sondern durch zu lange Pausen zwischen den Reinigungsdurchgängen. Wer zweimal im Jahr mit einer Teleskop-Waschbürste mit Wasseranschluss reinigt, verhindert hartnäckige Ablagerungen und kommt jedes Mal mit deutlich weniger Aufwand aus. Das Werkzeug entscheidet mehr als das Mittel.
Kurzfazit
Doppelstegplatten reinigen gelingt mit der richtigen Reihenfolge: vorwässern, Reiniger auftragen, einwirken lassen, schrubben, gründlich abspülen. Wer weiche Borsten, einen geeigneten Kunststoffreiniger und ausreichend Wasser verwendet, erzielt klare, streifenfreie Ergebnisse – ohne die Platten zu betreten oder das Material zu beschädigen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Reinigung eines Terrassendachs?
Bei regelmäßiger Pflege und normaler Verschmutzung reichen dreißig bis sechzig Minuten für ein durchschnittliches Terrassendach. Nach längerer Pause oder bei starkem Grünbelag kann es entsprechend länger dauern.
Muss ich die Platten nach dem Reinigen behandeln oder versiegeln?
Das ist nicht zwingend notwendig, kann aber sinnvoll sein. Eine Versiegelung verlangsamt die Neuansiedlung von Algen und Moos und erleichtert die nächste Reinigung. Für normale Pflege reicht jedoch die regelmäßige Reinigung aus.
Kann ich die Reinigung bei Frost durchführen?
Nein. Bei Temperaturen unter null Grad sollte man auf die Reinigung verzichten. Wasser und Reinigungsmittel können auf gefrorenen Flächen nicht gleichmäßig wirken, und die Platten sind bei Frost mechanisch anfälliger.
Was tue ich, wenn Schmutz in die Hohlkammern eingedrungen ist?
Schmutz in den Hohlkammern lässt sich von außen kaum entfernen. Hier hilft ein Drucksprüher mit feinem Strahl, der an den offenen Plattenenden ansetzt. Bei verschlossenen Enden ist eine Innenreinigung kaum möglich.
