Geschrubbt, abgespült, fertig – so denken die meisten beim Reinigen. Aber wer nach dem Trocknen Streifen, einen milchigen Film oder klebrige Stellen auf den Doppelstegplatten entdeckt, hat beim Abspülen irgendetwas nicht richtig gemacht. Das Abspülen ist kein Nebenschritt – es ist der letzte und entscheidende Teil der Reinigung.
Warum das Abspülen so oft unterschätzt wird
Wer sieht, dass kein Schaum mehr auf der Oberfläche ist, hält das Abspülen für abgeschlossen. Das ist ein Trugschluss. Reinigungsmittel hinterlassen dünne Filme auf der Oberfläche, die erst nach dem Trocknen sichtbar werden – als Streifen, leichte Trübungen oder klebrige Stellen, die neuen Schmutz anziehen.
Besonders bei größeren Flächen neigt man dazu, zu früh aufzuhören. Man spült den letzten Bereich ab und ist schon auf dem Weg zurück ins Haus – dabei bräuchte die Fläche noch einen vollständigen zweiten Spülgang.
Wie viel Wasser wirklich nötig ist
Die Antwort ist eindeutig: mehr als man denkt. Ein einzelner Spülgang mit dem Gartenschlauch reicht bei normaler Verschmutzung und moderatem Reinigereinsatz gerade so aus. Bei stärkerem Grünbelag, längerer Einwirkzeit oder höherer Reinigungskonzentration sind zwei vollständige Spülgänge notwendig.
Als Faustregel gilt: Solange das ablaufende Wasser noch leicht schaumig oder trüb ist, ist das Abspülen nicht abgeschlossen. Erst wenn das ablaufende Wasser klar ist und die Oberfläche nicht mehr schleimig oder glitschig wirkt, ist der Schritt wirklich fertig.
Die richtige Technik beim Abspülen
Immer von oben nach unten arbeiten. Das ist keine Formalität, sondern Logik: Gelöster Schmutz und Reinigungsreste fließen nach unten ab – wer von unten nach oben spült, schiebt sie zurück auf bereits gereinigte Bereiche.
Mit dem Gartenschlauch und einer Brausefunktion arbeiten, nicht mit einem konzentrierten Strahl direkt aus dem Schlauchende. Ein breiter, gleichmäßiger Wasserstrahl bedeckt die Fläche besser und spült Rückstände flächendeckend ab, anstatt sie nur von einer Stelle zur nächsten zu schieben.
Auf die Randbereiche, Abschlussleisten und Plattenenden besonders achten. Dort sammeln sich Reinigungsreste, die beim Abspülen der Hauptfläche leicht übersehen werden.
Wann ein zweiter Spülgang notwendig ist
Ein zweiter vollständiger Spülgang ist in folgenden Situationen sinnvoll:
- Nach dem Einsatz von Grünbelagentferner
- Bei starker Verschmutzung mit langer Einwirkzeit
- Wenn der Reiniger höher konzentriert angesetzt wurde als empfohlen
- Wenn der erste Spülgang noch schaumiges Ablaufwasser erzeugt hat
- Bei hartem Leitungswasser mit hohem Kalkgehalt
Der zweite Spülgang muss nicht so intensiv sein wie der erste – ein gleichmäßiger Durchgang von oben nach unten mit dem Gartenschlauch reicht aus.
Was im Alltag wirklich hilft
Wer beim Abspülen konsequent ist, spart sich Nacharbeit. Ein Drucksprüher mit klarem Wasser eignet sich hervorragend für einen gezielten letzten Spülgang an Rändern, Abschlussleisten und schwer zugänglichen Stellen – dort, wo der Gartenschlauch nicht präzise genug ist. Die Kombination aus Schlauch für die Hauptfläche und Drucksprüher für die Details ergibt das gründlichste Ergebnis.
Kurzfazit
Gründliches Abspülen mit viel klarem Wasser ist der entscheidende letzte Schritt bei der Reinigung von Doppelstegplatten. Immer von oben nach unten arbeiten, auf klares Ablaufwasser achten und Randbereiche gesondert spülen. Bei stärkerer Verschmutzung oder höherer Reinigungskonzentration ist ein zweiter Spülgang keine Option, sondern notwendig.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob der Reiniger vollständig abgespült ist?
Das ablaufende Wasser ist klar und schaumfrei, die Oberfläche fühlt sich nicht mehr schleimig oder klebrig an. Im Zweifelsfall noch einen weiteren Spülgang durchführen – zu viel Wasser schadet nicht.
Kann ich zum Abspülen auch den Drucksprüher verwenden?
Für Detailbereiche ja – für die gesamte Fläche ist der Wasservolumen eines Drucksprühers zu gering. Der Gartenschlauch liefert den kontinuierlichen Wasserfluss, den ein vollständiges Abspülen einer größeren Fläche braucht.
Sollte ich nach dem Abspülen mit einem Tuch nachwischen?
Nur wenn nach dem Trocknen noch Streifen sichtbar sind. Ein weiches, fusselfreies Mikrofasertuch kann dann leichte Rückstände entfernen. Grundsätzlich sollte das Abspülen so gründlich sein, dass ein Nachwischen nicht nötig ist.
Macht hartes Leitungswasser das Abspülen schwieriger?
Ja. Hartes Wasser hinterlässt beim Verdunsten Kalkrückstände, die als weiße Flecken sichtbar werden. Wer in einer Region mit sehr hartem Wasser lebt, profitiert vom letzten Spülgang mit Regenwasser oder enthärtetem Wasser.
